Der neue Jahrgang 2009 – besser als erwartet !

Posted Dezember 17th, 2009 in Allgemein, Wein by Arno

Eine kleine, aber feine Weinlese ist zu Ende, die neuen Weine sind gekeltert und erhalten ihren letzten Schliff durch Ruhe und weiteren Ausbau im Keller.

Unser neuer, historischer Keller in der Kreuznacher Salinenstraße, im ehemaligen Weingut Carl Finkenauer hat seine Bewährungsprobe bestanden – alle 2009er Weigand-Klopfer Gutsweine wurden dort gekeltert, vergoren und sind dort im Ausbau. Allesamt in hohen Prädikaten, unsere Rieslinge haben dabei einen neuen Rekord aufgestellt, denn alle Weine sind im Auslese-Bereich eingebracht und vinifiziert worden.

Die Rieslinge zeigen herrliche, volle, exotische und heimische Aromen von Zitrus und Aprikose/Pfirsich, sie sind sehr fruchtbetont mit nicht allzu hoher Fruchtsäure ausgestattet. Gerade der Riesling vom neuen Pachtweinberg im Kreuznacher Paradies (nomen est omen) begeistert durch seine Eleganz und Finesse und eine betörende Frucht. Unser Grauburgunder vom Mönchberg ist ebenso eine Auslese geworden, so voll, wie er sich präsentiert, werden wir ihn diesmal eher im alten Stil, mit höherer Restsüße, ausbauen und abfüllen. Eine kleine Partie unseres neuen Kerners auch in Auslese-Qualität schlummert im Keller, genau wie die erstmals weißgekelterte Partie Portugieser, beide aus dem Kreuznacher Rosenberg.

Wir sollten die ersten 2009er Gutsweine wohl Ende Februar/Anfang März des neuen Jahres auf die Flasche bringen können.

Der Jahresverlauf 2009 war gekennzeichnet von rapide wechselnden Witterungsverhältnissen. Auch hier an der Nahe spüren wir manch neue Herausforderungen und Erkenntnisse, geschuldet dem wahrnehmbaren Klimawandel.

Das Jahr begann mit wochenlangen eisigen Temperaturen. Der wohl kälteste Januar seit langem machte den Rebschnitt zu einem klirrenden “Vergnügen” inmitten einer wunderbaren Winterlandschaft.  Unerwartet früh war dann doch der Austrieb bereits Mitte April, also gut zwei Wochen früher als im langjährigen Durch-schnitt. Doch während der Blüte dann kam es zu einer verstärkten Verrieselung, was besonders die Burgundersorten betraf. Eine erste Ertragsminderung war zu erwarten. Positiver Nebeneffekt waren aber äußerst klein- und lockerbeerige Trauben, was sich erst später zeigen sollte.

Über den gesamten Sommer hinweg kam es zu sehr ergiebigen Regenschauern, die zwar eine ausreichende Wassermenge garantierten, in Kombination mit warmen Temperaturen aber auch verstärkten Pilzdruck erzeugten. Im Juli und August wurden qualitätsoptimierende Massnahmen im Weinberg durchgeführt : Doppel- und Kümmertriebe wurden entfernt, sowie entblättert. Gestraft wurden wir aber doch, denn gravierende Hagelschauer im Juli richteten Schäden an, der Grauburgunder war betroffen, ein weitere Ertragsreduktion trat ein.

Die recht milden Nächte zu Beginn des Herbstes waren glücklicherweise nur von kurzer Dauer. Pilz- und andere Schädlingsgefahr drohte. Die kühleren Oktobernächte gewährleisteten einen nicht zu starken Säurerückgang und die tatsächlich goldene Oktobersonne verwöhnte uns und unsere Lesemannschaft über den Tag. Die kleinen und lockerbeerigen Trauben reiften in der herbstlichen Sonne zu wirklich goldgelben Beeren heran, spät aber intensiv war das Motto. So ernteten wir selbst wie vorher beschrieben nur Auslesequalitäten mit idealen Säurewerten ! Mit durchschnittlich 48 Hektoliter pro Hektar sind die Erträge sehr gering, dafür aber von feinster Qualität. Die Gärung ist soweit abgeschlossen, einige Weine ruhen noch auf der Feinhefe.

Freuen Sie sich auf die 2009er Weine – natürlich von Ihrem Weinhaus Weigand & Buchner, es lohnt sich !